Zum Inhalt springen
KI-Kurs mit Bildungsgutschein

AZAV vs DEKRA vs TÜV: die Unterschiede einfach erklärt

· 7 Min. Lesezeit · Dr. Jens Aichinger
Drei beschriftete Aktenmappen auf einem Tisch, ruhige Bürosituation

AZAV ist die Verordnung. DEKRA und TÜV sind Organisationen, die nach dieser Verordnung prüfen. Diese drei Begriffe werden im Alltag oft durcheinandergeworfen, sind aber rechtlich klar getrennt. Wer den Bildungsgutschein nutzen will, sollte den Unterschied verstehen, weil sonst Missverständnisse im Beratungsgespräch entstehen.

Was dieser Ratgeber NICHT ist: Einzelfallberatung. Für rechtliche Einzelfragen wende dich an einen Anwalt für Sozialrecht, den Sozialverband VdK oder die Caritas. Dieser Artikel ist allgemeine Information. Für deinen konkreten Fall ist dein Berater bei der Agentur für Arbeit oder im Jobcenter zuständig.

Die Begriffe in einer Zeile

BegriffWas es istWer es macht
AZAVVerordnung des Bundes (§§176ff SGB III)Vom Gesetzgeber erlassen
DAkkSDeutsche AkkreditierungsstelleAkkreditiert die Zertifizierungsstellen
DEKRAAkkreditierte ZertifizierungsstellePrüft Bildungsträger nach AZAV
TÜVAkkreditierte ZertifizierungsstellePrüft Bildungsträger nach AZAV
BildungsträgerAnbieter der MaßnahmeWird geprüft, nicht selbst Prüfer

In drei Sätzen: Der Staat schreibt vor (AZAV). Die DAkkS sagt, wer prüfen darf. DEKRA und TÜV sind zwei der wichtigsten Prüfer. Bildungsträger werden geprüft.

Was AZAV ist

AZAV steht für Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung. Sie ist eine Bundesverordnung und ergänzt die §§176ff SGB III. Sie regelt zwei Dinge: Welche Bildungsträger arbeitsfördernde Maßnahmen anbieten dürfen, und welche einzelnen Maßnahmen über Bildungsgutschein, Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein oder andere Förderinstrumente finanziert werden dürfen.

AZAV ist also kein Siegel, das man auf eine Webseite setzt, sondern ein Regelwerk. Das eigentliche Siegel ist die Trägerzulassungs-Urkunde, die eine Zertifizierungsstelle ausstellt. Mehr zu den genauen Anforderungen im Artikel AZAV erklärt.

Was DEKRA und TÜV machen

DEKRA und TÜV sind technisch betrachtet Konformitätsbewertungsstellen. Sie prüfen, ob Unternehmen oder Produkte definierte Standards einhalten. Beide haben einen Geschäftsbereich, der sich auf AZAV-Prüfungen spezialisiert hat. Konkret heißen die zuständigen Tochtergesellschaften zum Beispiel “DEKRA Certification GmbH” oder “TÜV Süd Akademie”. Es gibt mehrere TÜV-Organisationen in Deutschland (Süd, Nord, Rheinland), die formal eigenständig sind.

Was diese Stellen tun: Sie führen das Erstaudit beim Bildungsträger durch und prüfen Qualitätsmanagement, Räume oder Plattformen, Lehrkräfte und Maßnahmenkonzept. Sie stellen die Trägerzulassung aus, in der Regel mit fünf Jahren Gültigkeit. Sie prüfen und lassen einzelne Maßnahmen zu, jede Maßnahme bekommt eine eigene Maßnahmenummer in KURSNET. Sie führen jährliche Überwachungsaudits durch. Und sie greifen bei Mängeln ein: Auflagen aussprechen, Maßnahmen aussetzen oder die Trägerzulassung entziehen.

Beide Organisationen arbeiten nach denselben gesetzlichen Vorgaben. Es gibt keinen “besseren” oder “schlechteren” AZAV-Prüfer im rechtlichen Sinn. Beide Urkunden sind im Bildungsgutschein-Verfahren gleichwertig.

Was die DAkkS ist und warum sie wichtig ist

Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) ist die staatliche Stelle, die Konformitätsbewertungsstellen wie DEKRA und TÜV akkreditiert. Sie prüft, ob diese Stellen ihrerseits fachlich und organisatorisch in der Lage sind, AZAV-Audits durchzuführen. Die DAkkS ist also der Prüfer der Prüfer.

Aus deiner Sicht als Antragsteller spielt die DAkkS keine direkte Rolle. Wichtig ist nur das Ergebnis: Wenn dein Anbieter eine Trägerzulassung von DEKRA oder TÜV hat, ist die Kette geschlossen.

Wer macht was: ein klarer Ablauf

Ein typischer Weg vom Anbieter zur Förderfähigkeit deiner Maßnahme sieht so aus: Der Bildungsträger entscheidet, dass er AZAV-Anbieter werden will. Er beauftragt DEKRA oder TÜV mit der Prüfung. Die Zertifizierungsstelle prüft Träger und Maßnahmen. Sie stellt die Trägerzulassungs-Urkunde und die Maßnahmenzulassungen aus. Die Maßnahmen werden in KURSNET der Bundesagentur für Arbeit eingetragen. Du suchst in KURSNET, findest die Maßnahmenummer. Dein Berater prüft die Nummer in seinem System und löst den Bildungsgutschein ein.

Das ist die ganze Kette. Jeder Schritt ist klar zugeordnet.

Häufige Verwechslungen

“DEKRA-zertifiziert” heißt nicht automatisch AZAV-zertifiziert. DEKRA prüft viele Standards, von ISO 9001 bis zur Hauptuntersuchung am Auto. Die richtige Formulierung ist “Trägerzulassung nach AZAV”, nicht nur das Logo.

Eine TÜV-Plakette am Auto hat nichts mit AZAV zu tun. Klar. Im Gespräch mischen Antragsteller diese Begriffe trotzdem gelegentlich. AZAV ist ein eigener Bereich.

Es gibt auch kein einheitliches “AZAV-Siegel” auf der Webseite. Anbieter dürfen “Trägerzulassung nach AZAV” schreiben, aber kein standardisiertes AZAV-Logo verwenden. Die Belege sind die Urkunde und der KURSNET-Eintrag, nicht ein bestimmtes Logo.

Wer diese Verwechslungen kennt, vermeidet Missverständnisse und kann im Beratungsgespräch genauer sprechen.

Worauf du als Antragsteller achten solltest

Drei Punkte reichen. KURSNET-Eintrag mit gültiger Maßnahmenummer. Trägerzulassungs-Urkunde der Zertifizierungsstelle (DEKRA, TÜV oder eine andere akkreditierte Stelle). Aktuelles Datum auf der Urkunde, mit Gültigkeit bis mindestens zum Kursstart.

Stimmen diese drei Punkte, ist die AZAV-Frage abgehakt. Mehr dazu im Artikel wie du AZAV-Anbieter erkennst und im Artikel zur Maßnahmenummer.

Beim Digitalisierungsmanager bei SkillSprinters ist die Trägerzulassung von DEKRA Certification ausgestellt. Die Maßnahme ist in KURSNET gelistet. Mehr im Pillar-Artikel zum Bildungsgutschein.

Häufige Fragen

Ist DEKRA besser als TÜV bei AZAV?

Nein, beide sind gleichwertig zugelassen. Die Bundesagentur für Arbeit erkennt Urkunden beider Organisationen an. Es gibt keinen rechtlichen Vorrang.

Kann ein Anbieter parallel von DEKRA und TÜV zertifiziert sein?

In der Praxis nicht. Ein Bildungsträger lässt sich in der Regel von einer Zertifizierungsstelle prüfen, nicht von zweien gleichzeitig. Mehrfachprüfung wäre teuer und unnötig.

Was ist mit anderen Zertifizierungsstellen?

Es gibt mehrere akkreditierte Zertifizierungsstellen für AZAV in Deutschland, nicht nur DEKRA und TÜV. Die DAkkS führt eine öffentliche Liste. Alle Urkunden sind im Bildungsgutschein-Verfahren gleichwertig, sofern die Akkreditierung gültig ist.

Wo finde ich heraus, ob die Akkreditierung einer Stelle gültig ist?

Auf der Webseite der DAkkS unter dakks.de gibt es eine Datenbank akkreditierter Stellen. Für Antragsteller ist diese Prüfung selten nötig. Im Zweifel reicht es, in KURSNET zu prüfen, ob die Maßnahme aktuell gelistet ist.

Sagt der Name der Zertifizierungsstelle etwas über die Qualität des Anbieters aus?

Nein. Beide Organisationen prüfen nach derselben Verordnung. Die Anbieterqualität hängt vom Anbieter ab, nicht vom Prüfer. Mehr dazu im Artikel was AZAV nicht garantiert.

Autor

Dr. Jens Aichinger, Gründer von SkillSprinters, DEKRA-zertifizierter Bildungsträger nach AZAV. Promovierter Naturwissenschaftler mit über zehn Jahren Erfahrung in Bildung und Digitalisierung. Berät Antragsteller im Gespräch vor dem Gespräch bei der Agentur für Arbeit.

Mehr über mich auf /über-den-autor/.

Zuletzt geprüft am 14. April 2026 von Dr. Jens Aichinger.

Bereit für den nächsten Schritt?

Du willst wissen, ob dein Wunschanbieter alle AZAV-Voraussetzungen erfüllt und welche Belege du fürs Beratungsgespräch brauchst? Zehn Minuten Telefon, kein Verkaufsdruck.

Termin mit Jens buchen

Hintergrund direkt in den §§176ff SGB III und bei der Bundesagentur für Arbeit.

Weiterlesen